Raphael aus Abya Yala über indigene Lebensweisen

Auf dem Zeit­los Fest 2025 hat­ten wir Rapha­el aus Abya Yala zu Gast (der ori­gi­na­le Name des Lan­des, wel­ches wir heu­te eher unter "Ame­ri­ka" kennen).

Er sprach über indi­ge­ne Lebens­wei­sen nicht nur sei­nes eige­nen indi­ge­nen Stam­mes, der Muis­ca ("Muy­sca"), son­dern der vie­len ver­schie­de­nen Stäm­me die­ses gro­ßen Kon­ti­nents und sogar welt­weit, da er es als sei­ne Lebens­auf­ga­be erkannt hat die urspüng­li­che – nach unse­rem Ver­ständ­nis zeit­lo­sen – Lebens­wei­sen indi­ge­ner Völ­ker welt­weit zu erfor­schen. Sein Weg führ­te ihn dazu u.a. nach Asi­en, China.

Wir spra­chen über die gemein­sa­me Kon­ti­nen­tal-Flag­ge (!) der Indi­gnen, die Wipha­la (s.o.), wel­che tat­säch­lich in einem gemein­sa­men fei­er­li­chen Frie­dens­akt vor Jahr­hun­der­ten von allen Stäm­men Nord- und Süd­ame­ri­kas als Sym­bol der Eini­gung und Ein­heit gefun­den wur­de. Ihre vie­len ver­schied­nen Far­ben reprä­sen­tie­ren die vie­len ver­schie­de­nen Stämme.

Wei­ter­hin ging es um die Ein­wei­hungs­ri­tua­le zur Mann- und Frau­wer­dung, also an der Gren­ze vom Kind zum Erwach­se­nen, die welt­weit vie­le Gemein­sam­kei­ten und natür­lich regio­na­le Unter­schie­de haben. Gemein­sam ist ihnen allen offen­bar, dass Indi­ge­ne gene­rell wohl kei­ne Über­gangs­zeit ken­nen, die wir als "jugend­lich" bezeich­nen, also kei­ne "Jugend­li­chen", "Teen­ager" etc. und auch kein Wort dafür. Man wird vom Kind zum voll­wer­ti­gen Erwach­se­nen in einem kräf­ti­gen, fei­er­li­chen Ritual.

Wir spra­chen dar­über, wie sich jun­ge Paa­re fin­den, Roman­tik frü­her und heu­te, ob es arran­gier­te Hoch­zei­ten gibt bzw. inwie­fern die Eltern bei die­sem Fin­dungs­pro­zess mit­spre­chen, mit Bezug­nah­me u.a. auch auf Tra­di­tio­nen im heu­ti­gen Chi­na. Und wie oft las­sen sich ver­hei­ra­te­te Paa­re wie­der schei­den, was ist mit Ehe­bruch, gab es Pro­sti­tu­ti­on, wel­che Bedeu­tung hat die Fami­lie, und wie steht es um die "Rol­le der Frau", also um die Bedeu­tung der Weiblichkeit?

Rapha­el sprach über die beson­de­ren, selbst gehä­kel­ten Hand­ta­schen, die spe­zi­ell die Muis­cas und Stäm­me in den Anden in einem Ritu­al her­stel­len, was sie bedeu­ten und wofür sie ver­wen­det werden.

Er erwähn­te auch den nun 500 Jah­re lan­gen Wider­stands­kampf der Indi­ge­nen in Abya Yala, der bis heu­te nichts an Bru­ta­li­tät ver­lo­ren hat.

Wir ent­schul­di­gen uns für die schlech­te Audio-Qua­li­tät und die vie­len Stö­run­gen durch das Klein­kind unse­rer Über­set­ze­rin, für wel­ches kei­ne Betreu­ung orga­ni­siert wer­den konn­te. Vom zwei­stün­di­gen Vor­trag konn­te nur eine Stun­de auf­ge­nom­men wer­den. Nicht­de­sto­trotz bie­tet der Mit­schnitt wert­vol­le Infor­ma­tio­nen für an die­sem The­ma inter­es­sier­te Men­schen und darf gern her­un­ter­ge­la­den und geteilt wer­den, um das alte Wis­se zu bewah­ren. Der Audio-Mit­schnitt unter­liegt der Lizenz CC BY-NC-ND (Crea­ti­ve Com­mons Attri­bu­ti­on-Non­Com­mer­cial-NoDe­ri­va­ti­ves, d.h. ins­bes. Teil­aus­schnit­te dar­aus sind nicht erlaubt).

Rapha­el über indi­ge­ne Lebens­wei­sen weltweit

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Licen­se CC BY-NC-ND
audio/​ogg; 35 MB; 59min 10s